Tödliche Tatsachen/ 4 / Einfamilienhausgrundstück (ein fall für wen) – Gisela Winterling / Dorothea Jung
Tödliche Tatsachen/ 4 / Einfamilienhausgrundstück (ein fall für wen) – Gisela Winterling / Dorothea Jung vorgetragen von Ariane Klüpfel und Patrick Twinem.
Regie: Uli Wirtz von Mengden
Live-Mitschnitt einer Aufführung des Programms “Tödliche Tatsachen” im Polizeipräsidium Wiesbaden.
Zum Text
Das Polizeiprotokoll beschreibt in szenischer Weise die Auffindesituation der Leichen,hält die Zeugenbefragungen fest. Morde und Todesfälle in Gedichtform verpackt, wie das in den Texten von Gisela Winterling der Fall ist, machen das Ableben plastisch. Täter wie Opfer entfalten Leben. Perspektivwechsel zu denen, die an unmittelbarer Peripherie zu denTodesfällen
stehen. Was ist passiert, wenn einer vom Hochhaus springt? Wie stark muß Wut sein, um zu killen? Fragen, die sich im Kopf des Betrachters formieren, auf die wir eine Antwort zu geben versuchen. [...]
Dokumentartheater, in dem die Akteure aus sprachlicher Anonymität heraustreten und Bühnenfiguren werden – das ist ein gangbarer Weg für eine Theaterversion von Texten, die eigentlich gar nicht fürs Theater gemacht sind.
Uli Wirtz von Mengden
Weitere Information unter: www.ignous.de.
Infos zu Vorleserin und Vorleser:
Ariane Klüpfel, Jahrgang 1978, ist freie Schauspielerin und Sprecherin im Rhein-Main-Gebiet. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Schauspielschule Genzmer in Wiesbaden. Nach ihrem Abschluß arbeitete sie unter anderem am Staatstheater Wiesbaden, im Mainzer Unterhaus und den Städtischen Bühnen Lahnstein.
Patrick Twinem, Jahrgang 1977, ist freier Schauspieler und Sprecher im Rhein-Main-Gebiet. Er besuchte die Schauspielschule Genzmer in Wiesbaden. Seit seinem Abschluss 2001 war er an zahlreichen Film-, Fernseh-, und Theaterprojekten beteiligt, unter anderem am Schauspiel Frankfurt, dem Stadttheater Koblenz und der Kammeroper Frankfurt.
Hubert Neumann / Lusthängen / V Ein junger Mann ist gefesselt, trägt Damenwäsche – und ein Seil um den Hals. Stefan hängt von einem Baum, die Schlinge zieht sich zu. Durch sein Hirn irren mahnende Worte: „Denk daran, dass du beim Orgasmus schon mal die Kontrolle über die Bein- und Fußmuskulatur verlierst!” Er hört noch ein Flüstern, röchelt kurz, dann ist Schluss. Buchstäblich atemberaubend beginnt der Roman. Grabredner Philipp Beck, einziger seines Berufsstands in der Stadt, soll zu Stefans Beisetzung sprechen. Deswegen forscht er in dessen Bekanntenkreis nach Lebenshintergründen und trifft dabei auf eine Clique, die Stefans Tod merkwürdig kalt lässt. Im Mittelpunkt des Grüppchens stehen Eva, eine sexuell höchst aktive Blondine und Marina, die von jungfräulicher Reinheit träumt und sich Barbies als Fetisch ausgeguckt hat.Eine groteske Kriminalgeschichte voll abgründiger Ironie und hintergründigem Humor, die einem regelrecht den Boden unter den Füßen wegzieht. Was bleibt, ist die nackte Angst vor dem Augenblick, in dem das wahr werden könnte, was alle doch so verzweifelt zu wünschen vorgeben.

