Hubert Neumann / Lusthängen / I

Hubert Neumann / Lusthängen /

Ein junger Mann ist gefesselt, trägt Damenwäsche – und ein Seil um den Hals. Stefan hängt von einem Baum, die Schlinge zieht sich zu. Durch sein Hirn irren mahnende Worte: „Denk daran, dass du beim Orgasmus schon mal die Kontrolle über die Bein- und Fußmuskulatur verlierst!“ Er hört noch ein Flüstern, röchelt kurz, dann ist Schluss. Buchstäblich atemberaubend beginnt der Roman. Grabredner Philipp Beck, einziger seines Berufsstands in der Stadt, soll zu Stefans Beisetzung sprechen. Deswegen forscht er in dessen Bekanntenkreis nach Lebenshintergründen und trifft dabei auf eine Clique, die Stefans Tod merkwürdig kalt lässt. Im Mittelpunkt des Grüppchens stehen Eva, eine sexuell höchst aktive Blondine und Marina, die von jungfräulicher Reinheit träumt und sich Barbies als Fetisch ausgeguckt hat.Eine groteske Kriminalgeschichte voll abgründiger Ironie und hintergründigem Humor, die einem regelrecht den Boden unter den Füßen wegzieht. Was bleibt, ist die nackte Angst vor dem Augenblick, in dem das wahr werden könnte, was alle doch so verzweifelt zu wünschen vorgeben.

„Dem Romandebütant ist viel mehr gelungen als nur ein Krimi. Seine Geschichte um Sex, Tod, Gottvergessenheit und die Unfähigkeit zu lieben ist mitreißend erzählt, voller Humor, aber auch verstörender Szenen.“ (Gerd Blase, Mainzer Rheinzeitung)

„Hubert Neumanns orgiastisch-ironische Kriminal-Satire, eine atemlos-akrobatische Roman-Installation von vibrierender Intensität, intelligent und einfach wunderbar poetisch. Absolut empfehlenswert.“ (Holger Dauer, www.tour-literatur.de).

Hubert Neumann ist Historiker, Autor und Dozent für wissenschaftliches Schreiben. Er lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Mainz, in der auch „Lusthängen“ angesiedelt ist. Seine Erfahrungen als Messdiener, Barmann und Redenschreiber haben in diesem Roman ebenfalls ihre Spuren hinterlassen. Für seinen historischen Roman „Der Wolkenschieber“ wurde er 2001 mit dem Martha-Saalfeld-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

gelesen von Christoph Maasch.

Infos zum Vorleser: www.christoph-maasch.de.

Infos zum Buch: www.gardez.de.

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